Wie findet man die billigste private Krankenversicherung?

Die Antwort auf diese Frage könnte eigentlich in einem einzigen Wort bestehen: Vergleichen! Doch sollte man beim Vergleichen der Konditionen der einzelnen Gesellschaften einige Dinge beachten, weil die billigste private Krankenversicherung nicht immer gleichzeitig auch die optimale Lösung ist. Oft steht einem Billigangebot bei den Beiträgen leider nur ein magerer Leistungskatalog gegenüber. Im Ergebnis zahlt man dann kräftig drauf, wenn ein Versicherungsfall eintritt und man spezielle medizinische oder therapeutische Leistungen benötigt.

Wer die billigste private Krankenversicherung finden möchte, der sollte auch wissen, dass für bestimmte Zielgruppen Sonderkonditionen angeboten werden. Als Beispiel können hier gut die Studentenversicherung und die Beamtenversicherung dienen. Bei dem geplanten Abschluss einer Beamtenversicherung sollte man sich auf jeden Fall vorher informieren, was in dem Bundesland, in dem man arbeitet, an Zuschüssen nach dem Beamtenversorgungsgesetz für die Vorsorge, medizinische Leistungen und Rehabilitationsleistungen bekommt. Als besonders günstige Lösung hat es sich nämlich erwiesen, diese Zuschüsse als Eigenbeteiligung mit in den Vertrag einarbeiten zu lassen. Deshalb sind die Verträge für die PKV für Beamte auch besonders preiswert, denn hier kommt noch hinzu, dass vom Bund und den Ländern diese Zuschüsse auch für die Ehegatten und Kinder der Beamten gezahlt werden.

Als billigste private Krankenversicherung für Studenten kommen die Verträge in Betracht, bei denen man nicht vom Basistarif mit einer Grundversorgung zu den sonst üblichen Konditionen ausgeht, sondern bei denen der vom Bundesministerium für Gesundheit vorgegebene ermäßigte Beitragssatz verwendet wird, der die aktuelle Höhe des im Höchstfall zu erzielenden Bafögs ansetzt. Diesen kann man grundsätzlich bei allen gesetzlichen Krankenkassen abschließen, doch auch die privaten Krankenversicherer haben die Studenten als zukunftsträchtige Zielgruppe erkannt und bieten ihnen Wahltarife zu ähnliche Konditionen und teilweise sogar mit noch besseren Leistungen an.

Die billigste private Krankenversicherung bekommt natürlich derjenige, der jung ist und bei dem nachweisbar kein zusätzliches gesundheitliches Risiko besteht. Außerdem sollte man möglichst männlich sein, weil damit verschiedene Versicherungsrisiken, wie beispielsweise die Kosten der Schwangerenbetreuung und der Geburt von vornherein schon wegfallen. Eine Ausnahme stellt hier nicht einmal der Basistarif dar, weil auch bei dieser Form der vertraglich vereinbarten Grundversorgung bei der Berechnung der fälligen Beiträge auf Alter und Geschlecht abgestellt wird. Im Seniorenalter wird jedoch die freiwillig gesetzliche Versicherung zur lukrativen Alternative, nur ist es dann schwierig, dort hinein zu kommen, wenn man ein Leben lang privat versichert war. Die völlig legalen Wege führen dann entweder über die Familienversicherung, eine Pflichtversicherung wegen Arbeitslosigkeit oder einem Einkommen, das sich zeitweise unter der Versicherungspflichtgrenze bewegt. Allerdings sollte man die Nutzung dieser Möglichkeiten rechtzeitig planen und bedenken, dass man als Rentner dann lebenslang als freiwillig Versicherter bei der ausgewählten gesetzlichen Krankenkasse bleiben muss.

Wenn man sich auf die Suche macht, um die billigste private Krankenversicherung finden zu können, sollte man sich auch ein wenig damit beschäftigen, dass es Wahltarife gibt, die man nur in Kombination abschließen kann und andere, die man auch einzeln bei verschiedenen Gesellschaften abschließen kann. Zu den miteinander zwangsweise verknüpften Leistungen gehören in der Regel der Vertrag über die medizinische Grundversorgung und die Police zum Bezug von Krankentagegeld. Hier gibt es europaweit nur eine Hand voll Anbieter, bei denen man diese Teilleistungen auch getrennt voneinander versichern kann. Aber die Zusatztarife für den Zahnersatz und für Sehhilfen kann man separat versichern, wobei man wissen sollte, dass sich diesbezüglich auch die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten geöffnet haben und ihre lukrativen Wahltarife auch den privat Versicherten von anderen Gesellschaften zur Verfügung stellen.

Wer bei einem Vergleich die billigste private Krankenversicherung finden möchte, der sollte sein Augenmerk aber auch auf den angebotenen Service richten. Nicht jede Gesellschaft ist im Versicherungsfall gleich gut erreichbar. Die landläufige Annahme, dass der Service bei den Direkt- und Onlineversicherungen schlechter als bei den Gesellschaften mit zahlreichen Niederlassungen wäre, ist aber definitiv falsch. Das beweisen die Praxistests der Verbraucherschutzorganisationen immer wieder. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall, weil man unter einer einzigen Adresse und einer einzigen Rufnummer alle Fachbereiche erreichen kann. Das erspart lästige vergebliche Wege und Suchtelefonate ohne Erfolg. Hinzu kommen die Einsparungen, die die Direktversicherer durch die Konzentration ihrer Servicekräfte erzielen können, die durch intelligente technische Hilfsmittel sogar oft noch eine deutlich erhöhte Effizienz bei der Bearbeitung von Versicherungsfällen aufweisen können. Die durch die nicht vorhandene netzartige greifbare Infrastruktur entstehenden Einsparungen bei den Unterhaltungskosten für Gebäude und Personal werden fast durchgängig durch günstige Beiträge an die Versicherten weiter gegeben.

Die billigste private Krankenversicherung kann man auch dadurch mit einem guten Preis- Leistungs- Verhältnis erreichen, indem man alle Risiken absichert und einen leicht erhöhten Beitrag bezahlt, von dem man einen Teil erstattet bekommt, wenn man innerhalb eines bestimmten Zeitraumes keine Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen musste. Diese Tarifmodelle sind vor allem für junge Menschen interessant, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer behandlungsbedürftigen Erkrankung sehr gering ist. Allerdings sollte man hier darauf achten, dass die präventiven Leistungen wie Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt und für Frauen beim Gynäkologen nicht als Risikoleistungen behandelt werden, die zu einer Versagung der vereinbarten Beitragserstattung führen.